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Warum Multi-Channel direkt in Business Central? Schluss mit Insellösungen

Viele Händler steuern Marktplätze, Shops, Lager und Versand über eine Vielzahl getrennter Werkzeuge. Das kostet Zeit, erzeugt Fehler und macht Prozesse schwer nachvollziehbar. Dieser Beitrag ordnet ein, warum Multi-Channel direkt in Business Central eine tragfähige Alternative zu Insellösungen ist.

Das Problem: gewachsene Insellandschaften

Wer über mehrere Kanäle verkauft, arbeitet häufig mit einem Flickenteppich aus Einzelsystemen: ein Middleware-Tool für die Marktplatzanbindung, ein separates Versandprogramm, eine Excel-Tabelle für Bestände, ein weiteres Portal für Lieferantenbestellungen. Jede dieser Lösungen erfüllt für sich ihren Zweck – doch das Zusammenspiel ist der eigentliche Schwachpunkt.

Typische Folgen sind:

  • Datenbrüche an jeder Schnittstelle, die manuell überbrückt werden müssen
  • Doppelte Pflege von Artikeldaten, Preisen und Beständen in mehreren Systemen
  • Zeitverzögerungen, weil Daten nur in Intervallen synchronisiert werden
  • Unklare Verantwortlichkeiten, wenn ein Prozess über drei Tools verläuft

Je mehr Kanäle hinzukommen, desto stärker wächst diese Komplexität – oft schneller als das eigentliche Geschäft.

Warum Business Central als zentrale Basis

Business Central ist bei vielen Händlern ohnehin das führende System für Finanzen, Einkauf, Lager und Auftragsabwicklung. Genau hier laufen die geschäftskritischen Daten zusammen. Es ist daher naheliegend, den Multi-Channel-Vertrieb nicht daneben, sondern innerhalb dieses Systems abzubilden.

Der Vorteil liegt in der einheitlichen Datenbasis:

  • Bestände werden an einer Stelle geführt und über alle Kanäle hinweg konsistent gehalten.
  • Aufträge von Amazon, eBay, Otto, Kaufland, Shopify oder Shopware landen direkt als Belege in Business Central.
  • Lieferantenbestellungen an Distributoren wie Jarltech, BlueStar, Ingram Micro oder VEDES entstehen im selben Umfeld wie der Verkauf.
  • Versandprozesse mit DHL, DPD, GLS, Hermes, UPS oder Rhenus schließen den Kreislauf, ohne den Systemwechsel zu erzwingen.

So entsteht ein durchgängiger Prozess vom Wareneingang bis zur Auslieferung – ohne den Umweg über externe Datentöpfe.

Ereignisbasiert statt im Stapel

Ein zentraler Unterschied zu klassischen Insellösungen ist die Verarbeitungslogik. merchantCENTRAL arbeitet ereignisbasiert: Vorgänge werden ausgelöst, wenn sie tatsächlich eintreten – etwa ein neuer Auftrag oder eine Bestandsänderung. Das reduziert die Abhängigkeit von starren Import-Zeitplänen und hält die Daten über die Kanäle hinweg aktueller.

Gerade bei knappen Beständen und mehreren gleichzeitig bedienten Marktplätzen ist das relevant: Je schneller eine Bestandsänderung an alle Kanäle gemeldet wird, desto geringer das Risiko von Überverkäufen.

Modularität: nur das, was gebraucht wird

Ein häufiges Gegenargument gegen eine zentrale Plattform ist die Sorge vor einem überdimensionierten Gesamtsystem. Sinnvoll ist deshalb ein modularer Aufbau: Händler binden zunächst die Kanäle und Dienstleister an, die sie aktuell nutzen, und ergänzen weitere bei Bedarf. So bleibt der Einstieg überschaubar, und das System wächst mit dem Geschäft mit.

Das betrifft alle drei Bereiche gleichermaßen:

  • Marktplätze und Shops je nach Vertriebsstrategie
  • Lieferanten je nach Sortiment und Bezugsquellen
  • Versanddienstleister je nach Versandprofil und Zielmärkten

Was der zentrale Ansatz konkret bringt

Die Verlagerung des Multi-Channel-Vertriebs in Business Central zahlt vor allem auf drei Punkte ein:

  1. Weniger manuelle Arbeit, weil Daten nicht mehr zwischen Systemen übertragen werden müssen.
  2. Höhere Datenqualität, weil es eine einzige Quelle der Wahrheit für Artikel, Bestände und Aufträge gibt.
  3. Bessere Nachvollziehbarkeit, weil Prozesse durchgängig in einem System dokumentiert sind.

Fazit

Insellösungen sind selten das Ergebnis einer bewussten Entscheidung – sie entstehen schrittweise. Umso lohnender ist es, den Multi-Channel-Vertrieb wieder dort zusammenzuführen, wo die zentralen Geschäftsdaten ohnehin liegen: in Business Central. Ein modularer, ereignisbasierter Ansatz senkt den Pflegeaufwand, verbessert die Datenqualität und schafft eine Grundlage, die auch bei wachsender Kanalzahl belastbar bleibt.