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Amazon mit Business Central verbinden: von der Bestellung bis zur Rechnung

Amazon gehört für viele Händler zu den umsatzstärksten Kanälen – und zugleich zu den prozessintensivsten. Wer Bestellungen manuell ins ERP überträgt, verliert Zeit und riskiert Fehler. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Amazon mit merchantCENTRAL direkt in Business Central einbinden lässt und welche Schritte der Prozess von der Bestellung bis zur Rechnung umfasst.

Warum die direkte Anbindung sinnvoll ist

Amazon stellt über die Selling Partner API strukturierte Daten zu Bestellungen, Versand und Abrechnung bereit. Wer diese Daten nicht automatisiert in sein ERP holt, arbeitet mit Zwischenschritten: CSV-Exporte, manuelle Erfassung, doppelte Pflege von Beständen. Mit einer direkten Integration in Microsoft Dynamics 365 Business Central entfällt dieser Aufwand. Bestellungen entstehen als Belege im ERP, Bestände werden zentral geführt und Statusmeldungen laufen automatisch zurück an Amazon.

merchantCENTRAL arbeitet dabei ereignisbasiert: Statt in starren Zeitfenstern werden Vorgänge ausgelöst, sobald sie anfallen – etwa der Eingang einer neuen Bestellung oder die Rückmeldung eines Versandlabels.

Der Prozess im Überblick

Eine typische Amazon-Bestellung durchläuft in Business Central folgende Stationen:

  1. Bestellabruf – Neue Amazon-Bestellungen werden importiert und als Verkaufsauftrag in Business Central angelegt.
  2. Artikelzuordnung – Über SKU oder ASIN werden die Amazon-Positionen den Artikeln im ERP zugeordnet.
  3. Kunden- und Adressdaten – Rechnungs- und Lieferadresse werden übernommen, inklusive der von Amazon bereitgestellten Steuerangaben.
  4. Kommissionierung und Versand – Der Auftrag wird im Lager bearbeitet, das Versandlabel über den angebundenen Dienstleister erzeugt.
  5. Statusrückmeldung – Tracking-Nummer und Versandbestätigung gehen automatisch an Amazon zurück.
  6. Rechnung – Die Rechnung wird in Business Central gebucht und steht für den weiteren Prozess bereit.

Bestellungen sauber ins ERP übernehmen

Damit aus einer Amazon-Bestellung ein korrekter Verkaufsauftrag wird, ist die Artikelzuordnung der entscheidende Punkt. Über eindeutige Kennungen wie SKU oder ASIN lassen sich Ihre Business-Central-Artikel dauerhaft mit den Amazon-Angeboten verknüpfen. So werden auch Bundles, Varianten oder abweichende Verkaufseinheiten korrekt aufgelöst.

Wichtig ist außerdem der Umgang mit dem Fulfillment-Modell:

  • FBM (Fulfilled by Merchant) – Sie versenden selbst. Bestellung, Kommissionierung und Versand laufen vollständig über Business Central.
  • FBA (Fulfilled by Amazon) – Amazon versendet aus seinem Logistiknetz. Hier stehen die korrekte Bestandsführung und die Verbuchung der Erlöse im Vordergrund.

Beide Modelle lassen sich abbilden, unterscheiden sich aber in den Prozessschritten – vor allem beim Versand und bei der Bestandsübermittlung.

Versand und Rückmeldung automatisieren

Ist der Auftrag im ERP, wird er im Lager kommissioniert und versendet. Über die angebundenen Versanddienstleister – etwa DHL, DPD, GLS oder UPS – entstehen Labels direkt aus dem Prozess heraus. Die dabei erzeugte Tracking-Nummer wird an Amazon zurückgemeldet, sodass der Versandstatus für den Käufer sichtbar ist und die Lieferkennzahlen des Kontos sauber bleiben.

Diese Rückmeldung ist nicht nur Service, sondern auch relevant für die Kontogesundheit bei Amazon: verspätete oder fehlende Versandbestätigungen wirken sich negativ auf die Händlerkennzahlen aus.

Von der Rechnung bis zur Abstimmung

Mit dem Versand wird die Rechnung in Business Central gebucht. Da Bestellung, Lieferung und Rechnung als zusammenhängende Belegkette entstehen, sind die Vorgänge jederzeit nachvollziehbar. Für die Buchhaltung bedeutet das:

  • konsistente Belege ohne manuelle Nacherfassung
  • korrekte Steuerkennzeichen auf Basis der Amazon-Daten
  • eine belastbare Grundlage für die Abstimmung von Erlösen und Gebühren

Fazit

Die direkte Anbindung von Amazon an Business Central ersetzt manuelle Zwischenschritte durch einen durchgängigen, nachvollziehbaren Prozess – vom Bestelleingang über den Versand bis zur gebuchten Rechnung. Entscheidend für einen reibungslosen Betrieb sind eine saubere Artikelzuordnung, die passende Abbildung von FBM und FBA sowie zuverlässige Statusrückmeldungen. Wer diese Grundlagen schafft, kann den Kanal skalieren, ohne den Aufwand im gleichen Maße mitwachsen zu lassen.