Vom Marktplatz-Auftrag zum Business-Central-Beleg: So funktioniert der Bestellimport
Ein Marktplatz-Auftrag ist erst dann wirklich verarbeitet, wenn er als sauberer Beleg in Business Central liegt – mit korrekten Artikeln, Kunden und Steuerangaben. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, wie merchantCENTRAL Bestellungen von Amazon, eBay, Otto und Co. abholt und automatisiert in Business-Central-Verkaufsbelege überführt.
Marktplätze liefern Bestellungen in unterschiedlichen Formaten und über unterschiedliche Schnittstellen. Damit daraus ein einheitlicher, weiterverarbeitbarer Beleg in Business Central wird, sind mehrere Schritte nötig. merchantCENTRAL kapselt diese Schritte in einem ereignisbasierten Prozess, der direkt in Business Central läuft – ohne separate Middleware.
1. Bestellungen abholen
Jeder angebundene Kanal wird in regelmäßigen Intervallen abgefragt. merchantCENTRAL holt neue Aufträge über die jeweilige Marktplatz-API ab und legt sie zunächst als Rohdaten ab. Dieser Zwischenschritt ist bewusst gewählt:
- Die Originaldaten des Marktplatzes bleiben unverändert erhalten und sind jederzeit nachvollziehbar.
- Fällt ein Kanal kurzzeitig aus, gehen keine Bestellungen verloren – sie werden beim nächsten Lauf nachgeholt.
- Der eigentliche Import kann unabhängig von der Abholung erneut angestoßen werden.
2. Kunden zuordnen und anlegen
Aus den Bestelldaten werden Rechnungs- und Lieferadresse ausgelesen. merchantCENTRAL prüft, ob bereits ein passender Debitor existiert, und legt bei Bedarf einen neuen an. Je nach Konfiguration arbeiten Händler mit:
- einem Sammeldebitor pro Marktplatz, wenn eine kundenscharfe Auswertung nicht nötig ist, oder
- individuellen Debitoren, wenn Adress- und Umsatzhistorie je Endkunde geführt werden soll.
Wichtig ist die korrekte Übernahme der steuerlichen Merkmale, etwa bei Lieferungen ins EU-Ausland oder bei Marktplatz-Modellen, in denen der Marktplatz als Steuerschuldner auftritt.
3. Artikel über das Mapping erkennen
Marktplätze verwenden ihre eigenen Artikelkennungen – SKU, ASIN, eBay-Artikelnummer oder EAN. Der Bestellimport gleicht diese Kennungen gegen ein hinterlegtes Mapping ab und ordnet jeder Bestellposition den korrekten Business-Central-Artikel zu.
Wird eine Position nicht eindeutig zugeordnet, bricht der Import diese Bestellung kontrolliert ab und meldet den Konflikt, statt einen falschen Artikel zu buchen. So bleiben Bestandsführung und Fakturierung sauber. Nachdem das Mapping ergänzt wurde, lässt sich der Import gezielt wiederholen.
4. Preise, Gebühren und Versand übernehmen
Maßgeblich für die Fakturierung sind die vom Marktplatz übermittelten Verkaufspreise – nicht die internen Listenpreise. merchantCENTRAL übernimmt:
- die Positionspreise inklusive gewährter Rabatte,
- Versandkosten als separate Position oder Zuschlag,
- die vom Marktplatz gemeldete Steuerbehandlung.
Dadurch stimmt der erzeugte Beleg mit der tatsächlichen Abrechnung gegenüber dem Endkunden überein.
5. Den Verkaufsbeleg erzeugen
Am Ende des Prozesses entsteht ein regulärer Business-Central-Verkaufsauftrag. Er trägt eine Referenz auf die ursprüngliche Marktplatz-Bestellnummer, sodass jederzeit erkennbar ist, aus welchem Kanal er stammt. Von hier an läuft der Auftrag durch die vertrauten Business-Central-Prozesse:
- Kommissionierung und Lagerabgang,
- Anbindung an den Versanddienstleister und Rückmeldung der Sendungsnummer an den Marktplatz,
- Fakturierung und Weitergabe an die Finanzbuchhaltung.
Fehler transparent behandeln
Der Import ist so ausgelegt, dass Probleme sichtbar werden, statt still zu scheitern. Typische Fälle wie ein fehlendes Artikel-Mapping, eine unvollständige Adresse oder ein nicht bestandsführbarer Artikel werden protokolliert und dem Anwender zur Klärung angezeigt. Nach der Korrektur wird nur die betroffene Bestellung erneut verarbeitet – nicht der gesamte Lauf.
Fazit
Der Bestellimport überführt heterogene Marktplatz-Aufträge in einheitliche Business-Central-Belege: Bestellungen abholen, Kunden zuordnen, Artikel mappen, Preise übernehmen und einen Verkaufsauftrag erzeugen. Weil der Prozess ereignisbasiert und direkt in Business Central abläuft, bleiben Bestände, Fakturierung und Nachvollziehbarkeit über alle Kanäle hinweg konsistent – auch wenn die Zahl der angebundenen Marktplätze wächst.